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Mittwoch, 25. Mai 2011

Chef der Schweizer Atomaufsicht tritt (ein bischen) zurueck

Peter Hufschmied ist Präsident der Schweizer Atomaufsichtsbehörde ENSI.
Er steht in öffentlicher Kritik.
Seine Unabhängigkeit von den AKW-Betreibern wird angezweifelt.

Der Berner Stromkonzern und Mühleberg-Betreiber BKW hat Hufschmieds Tropenhaus in Frutigen finanziell unterstützt, schreibt die Sonntagszeitung.
Als Chef des Ingenieurunternehmens Emch + Berger profitierte Hufschmied von Bauaufträgen für das AKW Mühleberg aus.
Hufschmied Hat dieses Jahr ein Beratermandat bei der BKW-Tochterfirma Sol-E-Suisse bekleidet. Zwei Jahre zuvor hatte ihm das Ensi diese Beratertätigkeit noch untersagt. Jetzt hatte Hufschmied im zweiten Anlauf das Mandat ohne Information an die Ensi angenommen.
Das hat einen starken Geruch.

Hufschmied betont, dass sein voruebergehender Rücktritt auf eigenen Wunsch geschieht und nicht auf Druck von aussen.

Soso.

Wer untersucht eigentlich die Unabhängigkeit der deutschen RSK ?

Quellen:
ENSI
Blick.ch
Intim: Betreiber und Aufsicht
Karikatur:
Klaus Stuttmann

Mittwoch, 18. Mai 2011

NewYork Times führt die deutsche RSK vor

Die Redaktion der NewYork Times zeigt in der heutigen Ausgabe der deutschen Reaktorkommission, was eine Fehleranalyse ist, welche Schlüsse daraus für die Reaktoren im Land zu ziehen sind.

 In Japan Reactor Failings, Danger Signs for the U.S.
Emergency vents that American officials have said would prevent devastating hydrogen explosions at nuclear plants in the United States were put to the test in Japan — and failed to work,

Und was macht unsere  (wem gehört sie ?)   RSK ?

'Wir haben weder Maßstäbe zur Überprüfung festgelegt, noch haben wir die AKW nach diesen nicht vorhanden Maßstäben geprüft.'

Sinngemäß.

Dienstag, 17. Mai 2011

Gutachten der RSK: Aussage verweigert !

Wie dick muessen die Mauern sein ?
Welche Beschleunigung muss der Reaktor beim Erdbeben aushalten ?
Wie klein muss das Flugzeug sein, das auf den Reaktor fällt ?
Keine Aussage !

"Die RSK hat im Rahmen der hiermit vorgelegten anlagenspezifischen Sicherheitsüberprüfung deutscher Kernkraftwerke eine Robustheitsbewertung für ausgewählte wesentliche Aspekte vorgenommen. Die RSK hat noch keine Überprüfung vorgenommen, inwieweit die bisherigen Auslegungsgrenzen richtig definiert
sind."


Quellen:
RSK-Gutachten

Cartoon: Klaus Stuttmann

"Die von der Reaktor-Sicherheitskommission aufgestellten Bewertungskriterien dienen allein einer themenspezifischen Differenzierung hinsichtlich der vorhandenen Reserven und stellen keine Regelwerksanforderungen dar."

Soll heissen ?

Wir haben weder Maßstäbe zur Überprüfung festgelegt, noch haben wir die AKW nach diesen nicht vorhanden Maßstäben geprüft.

"Als Basis der Robustheitsüberprüfung setzt die RSK voraus, dass die Anlagen dem aktuellen genehmigten Zustand entsprechen und ...entsprechende Prozeduren im Notfallhandbuch bereit stehen"

Etwa so:
"Wir müssen immer improvisieren." Wer das beherrsche, sei ein guter Katastrophenschützer... die Vorsorge in Niederbayern sei sogar "ein bisschen besser" ist als in Japan, auch wegen der gut organisierten Werksfeuerwehr mit ihrem starken Gerät. Zwölf Bar haben deren Druckpumpen.
"Da musst du dich schon mit gespreizten Beinen hinstellen, um den Schlauch zu halten",


Wen wundert das ?
Wer ist die RSK ?

AKW-Betreiber: Wir sagen nix...

AKW-Betreiber im Rahmen der AKW-Sicherheitsüberprüfung durch die Reaktorsicherheitskommission RSK:
 
"Die Fragen zu den anderen im Betrachtungsumfang enthaltenen Vorsorgemaßnahmen sind seitens der Betreiber mit sehr unterschiedlichem Tiefgang beantwortet worden. Auf dieser Basis konnte eine belastbare Einstufung dieser Vorsorgemaßnahmen entweder nur in eingeschränktem Umfang vorgenommen oder im vorgegebenen Zeitrahmen nicht geleistet werden."

Nette Umschreibung dafür, dass sich die Betreiber nicht in die Karten sehen lassen.

Quelle:
RSK

Sonntag, 17. April 2011

Wer sitzt in der RSK, Reaktorsicherheitskommission ?

upd. 17.4.2011: Der grosse Vorsitzende aus dem Hause E.ON


"Die Mitgliedschaft in der RSK ist ein persönliches Ehrenamt.
Die RSK-Mitglieder sind unabhängig und nicht an Weisungen gebunden. "

Die Mitglieder sind Vertreter von:
E.ON, AREVA, TÜV
Bundesamt f. Materialforschung
Gesellschaft f. Reaktorsicherheit

Und, als Feigenblatt: Öko-Institut

TÜV  ist kein unabhängiger Verein.
Mitglieder im Verein sind E.ON, RWE, EnBW

Die Mitglieder der RSK werden durch das Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) berufen.

Vorsitz führt Gerald Hennenhöfer, ehemaliger leitender Angestellter von E.ON.
Ihm wird vorgeworfen, seinen Einfluss als Vorsitzender bei einem schweren Zwischenfall am Reaktorkern (jawohl, Hauptkühlkreislauf !) AKW Grafenrheinfeld so eingebracht zu haben, dass das AKW trotz schwerer Mängel weiterlaufen konnte.
Hennenhofer wurde installiert an Stelle von Wolfgang Renneberg, der sich als zu kritisch erwiesen hatte.

Quellen
RSK
Spiegel
Wer kontrolliert eigentlich die AKW ? 

Dienstag, 12. April 2011

Stressfreier Stresstest

Nach Fukushima wurde schnell klar, welche technischen Änderungen an AKW mindestens notwendig waren, um derlei Katastrophen zu verhindern. Diese Massnahmen wurden im internen Dokument RS I 3 13042/9 des Umweltministeriums festgelegt. Dort heisst es u.A.:

  • I1a: Erdbebenauslegung..wird neu berechnet. Nachrüstmassnahmen werden ggf. unverzüglich umgesetzt"
  • I2a: "Die Hochwasserauslegung wird ..neu berechnet und ggf. Nachrüstmassnahmen unverzüglich umgesetzt"

Der Zweifel, ob die aktuellen Auslegungen nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen, ist nicht beruhigend.

Konkrete Massnahmen:
  •  "sämtliche Notstromdiesel [sowie Kuehlleitungen]sind zu verbunkern"
  • Notsteuerstellen, Notfallmassnahmen zum Fluten des Reaktordruckbehälters und
  • Massnahmen gegen Flugzeugabsturz sind vorzusehen
  • "Autarkie der Notstromversorgung ist für 72 Stunden sicherzustellen"
  • Not und Nachkühlsysteme werden verdoppelt
  • Notstandsysteme und Brunnen mit Bor-Lager sind zu verbunkern
  • Die Beherrschung der Auslegungsstörfälle..muss nachgewiesen werden.



Sehr beruhigend, dass das bisher nicht nachgewiesen wurde, ist das nicht.

Aber diese Massnahmen sind plausibel und erscheinen angesichts Fukushima erforderlich.
Nur: sie bedeuten wohl das wirtschaftliche Aus für alle AKW.


Und was macht jetzt die RSK daraus ?

Sie macht aus den o.a. konkreten Massnahmen einen unverbindlichen Katalog zum "Überprüfen der vitalen Funktionen und Notfallmassnahmen"

Aber die Kriterien für diese Überprüfung ?
Werden den interessierten Mitgliedern von Areva, E.ON, RWE und EnBW überlassen.

Das wird ein stressfreier Stresstest.


Quellen
RSK
ARD
Die Zeit