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Sonntag, 17. April 2011

Wer sitzt in der RSK, Reaktorsicherheitskommission ?

upd. 17.4.2011: Der grosse Vorsitzende aus dem Hause E.ON


"Die Mitgliedschaft in der RSK ist ein persönliches Ehrenamt.
Die RSK-Mitglieder sind unabhängig und nicht an Weisungen gebunden. "

Die Mitglieder sind Vertreter von:
E.ON, AREVA, TÜV
Bundesamt f. Materialforschung
Gesellschaft f. Reaktorsicherheit

Und, als Feigenblatt: Öko-Institut

TÜV  ist kein unabhängiger Verein.
Mitglieder im Verein sind E.ON, RWE, EnBW

Die Mitglieder der RSK werden durch das Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) berufen.

Vorsitz führt Gerald Hennenhöfer, ehemaliger leitender Angestellter von E.ON.
Ihm wird vorgeworfen, seinen Einfluss als Vorsitzender bei einem schweren Zwischenfall am Reaktorkern (jawohl, Hauptkühlkreislauf !) AKW Grafenrheinfeld so eingebracht zu haben, dass das AKW trotz schwerer Mängel weiterlaufen konnte.
Hennenhofer wurde installiert an Stelle von Wolfgang Renneberg, der sich als zu kritisch erwiesen hatte.

Quellen
RSK
Spiegel
Wer kontrolliert eigentlich die AKW ? 

Dienstag, 12. April 2011

Stressfreier Stresstest

Nach Fukushima wurde schnell klar, welche technischen Änderungen an AKW mindestens notwendig waren, um derlei Katastrophen zu verhindern. Diese Massnahmen wurden im internen Dokument RS I 3 13042/9 des Umweltministeriums festgelegt. Dort heisst es u.A.:

  • I1a: Erdbebenauslegung..wird neu berechnet. Nachrüstmassnahmen werden ggf. unverzüglich umgesetzt"
  • I2a: "Die Hochwasserauslegung wird ..neu berechnet und ggf. Nachrüstmassnahmen unverzüglich umgesetzt"

Der Zweifel, ob die aktuellen Auslegungen nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen, ist nicht beruhigend.

Konkrete Massnahmen:
  •  "sämtliche Notstromdiesel [sowie Kuehlleitungen]sind zu verbunkern"
  • Notsteuerstellen, Notfallmassnahmen zum Fluten des Reaktordruckbehälters und
  • Massnahmen gegen Flugzeugabsturz sind vorzusehen
  • "Autarkie der Notstromversorgung ist für 72 Stunden sicherzustellen"
  • Not und Nachkühlsysteme werden verdoppelt
  • Notstandsysteme und Brunnen mit Bor-Lager sind zu verbunkern
  • Die Beherrschung der Auslegungsstörfälle..muss nachgewiesen werden.



Sehr beruhigend, dass das bisher nicht nachgewiesen wurde, ist das nicht.

Aber diese Massnahmen sind plausibel und erscheinen angesichts Fukushima erforderlich.
Nur: sie bedeuten wohl das wirtschaftliche Aus für alle AKW.


Und was macht jetzt die RSK daraus ?

Sie macht aus den o.a. konkreten Massnahmen einen unverbindlichen Katalog zum "Überprüfen der vitalen Funktionen und Notfallmassnahmen"

Aber die Kriterien für diese Überprüfung ?
Werden den interessierten Mitgliedern von Areva, E.ON, RWE und EnBW überlassen.

Das wird ein stressfreier Stresstest.


Quellen
RSK
ARD
Die Zeit