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Dienstag, 12. April 2011

Stressfreier Stresstest

Nach Fukushima wurde schnell klar, welche technischen Änderungen an AKW mindestens notwendig waren, um derlei Katastrophen zu verhindern. Diese Massnahmen wurden im internen Dokument RS I 3 13042/9 des Umweltministeriums festgelegt. Dort heisst es u.A.:

  • I1a: Erdbebenauslegung..wird neu berechnet. Nachrüstmassnahmen werden ggf. unverzüglich umgesetzt"
  • I2a: "Die Hochwasserauslegung wird ..neu berechnet und ggf. Nachrüstmassnahmen unverzüglich umgesetzt"

Der Zweifel, ob die aktuellen Auslegungen nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen, ist nicht beruhigend.

Konkrete Massnahmen:
  •  "sämtliche Notstromdiesel [sowie Kuehlleitungen]sind zu verbunkern"
  • Notsteuerstellen, Notfallmassnahmen zum Fluten des Reaktordruckbehälters und
  • Massnahmen gegen Flugzeugabsturz sind vorzusehen
  • "Autarkie der Notstromversorgung ist für 72 Stunden sicherzustellen"
  • Not und Nachkühlsysteme werden verdoppelt
  • Notstandsysteme und Brunnen mit Bor-Lager sind zu verbunkern
  • Die Beherrschung der Auslegungsstörfälle..muss nachgewiesen werden.



Sehr beruhigend, dass das bisher nicht nachgewiesen wurde, ist das nicht.

Aber diese Massnahmen sind plausibel und erscheinen angesichts Fukushima erforderlich.
Nur: sie bedeuten wohl das wirtschaftliche Aus für alle AKW.


Und was macht jetzt die RSK daraus ?

Sie macht aus den o.a. konkreten Massnahmen einen unverbindlichen Katalog zum "Überprüfen der vitalen Funktionen und Notfallmassnahmen"

Aber die Kriterien für diese Überprüfung ?
Werden den interessierten Mitgliedern von Areva, E.ON, RWE und EnBW überlassen.

Das wird ein stressfreier Stresstest.


Quellen
RSK
ARD
Die Zeit

Samstag, 2. April 2011

Über Banken und andere Stresstests in der FAZ

Köstlich.
Modern Talking in der FAZ.

Ganz grosses Theater.
Über Banken-Stresstest.
Direkt anwendbar auf AKW-Stresstest.




Leseprobe:

 "...
Und alle denken nach. Ganz fest. Ganz scharf. Über neue Regeln. Wie man sie einführt. Wie man sie umgeht. Ein "Katz-und-Maus"-Spiel, so die Kanzlerin. Wer ist die Katze? Wer die Maus? Die Katze ist faul geworden. Ihre Krallen sind nicht mehr scharf. Die Katze hat vergessen, dass sie die Katze ist. Manchmal wäre sie lieber die Maus. Die Maus hat's gut. Wenn die Katze aus dem Haus ist.
..."


Und wenn die Katze nicht mehr mag,
kriegt sie einen Aufsichtsrat

Der Autor wird demnächst wohl auch mit der Knödelkanone der SZ rechnen müssen !