Freitag, 29. April 2011

Das Märchen der sicheren, unterbrechungsfreien AKW

Vor der Ethik-Kommission erklärt der als Experte geladene Heinz-Peter Schlüter vom Aluminiumproduzenten Trimet, wie wichtig eine sichere Stromversorgung für seine Branche ist - rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr: "Fällt der Strom für vier Stunden aus, sind unsere Produktionsanlagen irreparabel zerstört." 

 Klar. Versteht doch jeder.
Machen Sie bitte folgenden Selbstversuch:

Rufen Sie bei E.ON an, wenn Sie zum 4. Mal nach Stromausfall Ihre Rechner und Automaten booten muessen.
Was sagt Ihnen der E.ON-Kundenberater ?
Da muessen Sie sich halt eine USV kaufen !
 
D&B, eine der Kritik unverdächtige Investmentfirma, hat die Betriebsdaten von 431 AKW weltweit ausgewertet. Daten von diesen Reaktoren waren nur bei 387 Einheiten vorhanden(Was ist mit den anderen ? mussten die versteckt werden ?).


Diese 387 Einheiten hatten 10811 Reaktorjahre am Netz geleistet.
Die durchschnittliche Lebenszeit-uptime (Reaktor am Netz) war nur


72.1%


"Data was available for 387 nuclear units that had completed 12 months operation to the end of June 2009. Between them the units had achieved a total of 10,811 reactor years and produced 56,509TWh of electricity over their lifetimes. During the 12 months to end of June 2009 the units generated 2486TWh with an average annual load factor of 77.0%. The average lifetime load factor was 72.1%, equivalent to 7184 years of operation at full power."
Quellen:
Dun&Bradstreet
E.ON
IAEA

Intim: Aufsichtsbehörden und AKW-Betreiber

Unter dem Titel: 'Komplizenkultur' berichtet die NYT über das intime Verhältnis von AKW-Betreibern und den Aufsichtsbehörden auf Kosten der Sicherheit.
Im Reaktor Daiichi hatte der Prüfer Kei Sugoka den Aufsichtbehörden einen Riss im Wärmetauscher gemeldet. Der Betreiber Tepco hatte das verschleiert, um kostspielige Reparaturen und Stillstandzeiten zu vermeiden.

Und was passierte ?
Nichts.
Oder doch: Die Aufsichtsbehörde meldete Mr. Sugaoka dem Betreiber, was nicht nur zu seiner Entlassung, sondern zur Verbannung des Atom-Fachmanns aus der ganzen Industrie führte.
Die Aufsichtsbehörde bat Tepco, doch mal gelegentlich den Wärmetauscher zu prüfen.
Obwohl klar war, dass Tepco den Fehler kaschiert hatte und weitere ernste Mängel, z.B. Risse in der Abdeckung des Reaktorkerns, ans Licht kamen.
Erst 2 Jahre später wurde alles aufgedeckt, der Tepco-Chef wurde seines Postens enthoben und ...

bekam den Aufsichtsrat.

Bei uns nicht möglich ?
Auch in DL muss man zu rabiaten Methoden greifen, damit die Wahrheit aus dem Atomfilz ans Licht kommt:
Greenpeace hat bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart Strafanzeige gestellt wegen des Verdachtes auf Urkundenunterdrückung, Urkundenfälschung und Rechtsbeugung.
Im Reaktor Philppsburg kam es zu mehreren nicht gemeldeten ernsten Stoerfällen, die ein Insider meldete.
Tanja Gönner ist angeklagt, die Vorfälle angesichts der Diskussion um Laufzeitverlängrung vertuscht zu haben.
Bei uns prüft die Reaktorsicherheit der TÜV und...
Fremdfirmen(Jawohl, Revisionsarbeiten von GmbH's mit nur 25 TEUR Haftkapital), an die man auch gleich die Haftung delegieren kann.
Der TÜV ist keine unabhängige Institution, sondern ein Verein, in dem die AKW-Betreiber das Sagen haben.


Und die Reaktorsicherheits-Kommission ?
Vorsitz führt ein ehemaliger E.ON- Angestellter, Gerald Hennenhöfer.
Nachdem der Atom-kritische Vorsitzende Renneberg abgelöst wurde.

Atomkraft geht nur mit Transparenz durch Öffentlichkeit.
Wenn man das den Betreibern überlässt, kommt das hier heraus:

22.03.2011

Kernkraftwerk Brokdorf: Austausch eines elektronischen Schalters


Im Kernkraftwerk Brokdorf wurde im Rahmen einer Wiederkehrenden Prüfung festgestellt, dass eine Pumpe des nuklearen Zwischenkühlsystems sich nicht wie vorgesehen automatisch einschaltete.
Doch nur ein klitzekleiner Schalter ! Kühlsystem !
Das möchten wir doch etwas genauer wissen.

Quellen:
E.ON
NewYorkTimes
Pforzheimer Zeitung

Dienstag, 19. April 2011

Von E.ON ausgespitzelt

Die Energiekonzerne E.ON, Scottish Res. und Scottish Power haben eine Firma beauftragt, Klimaaktivisten zu bespitzeln. Ziel war die Unterdrückung von Kampagnen gegen das geplante Kohlekraftwerke in GB.

Dazu hatte die Spitzelfirma Vericola mit falschen email-Adressen aufgenommen und Mitarbeiter eingeschleust.
"The documents also show her advising a colleague on how to fit in with the other activists at meetings held to organise future protests. One tip was that he should not mention he was flying to Germany as "obviously" the environmentalists "hate short-haul flights"."E.ON dementiert den Auftrag für die Methode, aber nicht den Auftrag selbst.


Quellen:

Guardian
NeueEnergie

Sonntag, 17. April 2011

Wer sitzt in der RSK, Reaktorsicherheitskommission ?

upd. 17.4.2011: Der grosse Vorsitzende aus dem Hause E.ON


"Die Mitgliedschaft in der RSK ist ein persönliches Ehrenamt.
Die RSK-Mitglieder sind unabhängig und nicht an Weisungen gebunden. "

Die Mitglieder sind Vertreter von:
E.ON, AREVA, TÜV
Bundesamt f. Materialforschung
Gesellschaft f. Reaktorsicherheit

Und, als Feigenblatt: Öko-Institut

TÜV  ist kein unabhängiger Verein.
Mitglieder im Verein sind E.ON, RWE, EnBW

Die Mitglieder der RSK werden durch das Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) berufen.

Vorsitz führt Gerald Hennenhöfer, ehemaliger leitender Angestellter von E.ON.
Ihm wird vorgeworfen, seinen Einfluss als Vorsitzender bei einem schweren Zwischenfall am Reaktorkern (jawohl, Hauptkühlkreislauf !) AKW Grafenrheinfeld so eingebracht zu haben, dass das AKW trotz schwerer Mängel weiterlaufen konnte.
Hennenhofer wurde installiert an Stelle von Wolfgang Renneberg, der sich als zu kritisch erwiesen hatte.

Quellen
RSK
Spiegel
Wer kontrolliert eigentlich die AKW ? 

Müssen wir nun Atomstrom aus Frankreich oder Tschechien importieren ?

Von 2000-2010 sind die deutschen Stromimporte um 6.5% gesunken,
aber die Exporte um 40.2.% gestiegen.

Aber die Preise !

Das im Auftrag des BMU erstellte Gutachten des Energiewirtschaftlichen Instituts der Universität Köln hatte im Herbst 2010 ermittelt, ohne Laufzeitverlängerung würde sich der Strompreis in den nächsten Jahren nur um 0,1 bis 0,9 Cent pro Kilowattstunde erhöhen.

"Wir leben in einem System von Überkapazitäten"

Quellen:
FTD
Öko-Institut
WWF

EnBW-Chef Villis droht gleichzeitiges Abschalten von 5 weiteren AKW an

Damit wären neben den 8 alten AKW, die wegen  Moratorium ausgeschaltet sind, in Mai/Juni weitere 5 AKW, damit 70% der Kernkraft vom Netz.
Grund: Revisionsarbeiten.
Die Bitte der Netzbetreiber,  diese Wartungsarbeiten nacheinander zu machen, wurde mit Hinweis auf Verträge mit Fremdfirmen abgelehnt.
'Dann wollen wir Euch mal zeigen, was Ihr davon habt.'

Fremdfirmen für Revisions- und Wartungsabeiten ?
1500 externe Techniker ?
Welche Qualifikation haben die Externen ?

Wer haftet für die Wartungs- und Revisionsarbeiten ?
Welche Haftsummen haben die meist kleinen GmbHs ?


Quellen:
Sueddeutsche
Arte- Report